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Weitenmessung



Im Bereich des LVS existieren zwei Anlagen zur opto- elektronischen Weitenmessung, die zur Nutzung für die Messung langer Würfe geeignet sind.

Die Anlage wird über eine Steuersoftware von einem Notebook aus bedient und verfügt über eine Datenbank zur vollständigen Steuerung des Wettbewerb- Ablaufs. Mit einem Tachymeter können bis zu zwei Wurfanlagen gleichzeitig bedient werden, sofern sie im Sichtbereich liegen.

Die Daten der Aktiven können u.a. von der SELTEC- Stadionsoftware übernommen werden. Auch eine Anbindung an COSA ist in enger Kooperation entwickelt worden, die sowohl Datenübernahme, Daten- Rückgabe, Online- Kopplung und Liveticker unterstützt.

Nach dem Angebot zum Software- Download folgt eine Beschreibung der Funktionalität auf dieser Seite.

Die Software zur Weitenmessung unterstützt das gleichzeitige Messen mit einem Tachymeter auf zwei Wettkampfanlagen

Basis- Installation
Bitte diesen Grundinstaller nur einmalig laden und ausführen. Er installiert die Datenbank sowie die Startversion der Wurfweitenmessung

Dies ist eine Installations- EXE, die die Datenbankmaschine und die Software zur Weitenmessung enthält. Man kann letztere so konfigurieren, dass anstelle eines Messgeräts im Demo- Modus Zufallszahlen generiert werden. Bitte die Hinweise beim Installer auch lesen!


ACHTUNG: Es wurde auf die Datenbank- Maschine Version 5 umgestellt. Geht alles damit? Wenn’s Probleme/Fehler gibt, bitte melden. Danke!

Die aktuelle Version funktioniert auf Windows 2000, Windows XP, Windows Vista, Windows 7, 8, 10.
Sollte unter Windows 10 eine früher funktionierende Schnittstelle plötzlich nicht mehr gefunden werden, dann braucht Windows 10 mal kurz Kontakt zu seinem Update- Server bei Microsoft. Es reichen wenige Sekunden Online- Zeit.
Updates
Wohl Keine Software ist mit ihrer ersten Erstellung vollkommen. Und das trifft schon gar nicht auf ein solches Freizeit- Projekt zu, für das ich natürlich keinen endlosen Testaufwand spendiere. Daher wird es von Zeit zu Zeit ein Update geben müssen. Dieses findet ihr auf dieser Website.

Dies ist eine Installations- EXE, die nur das neueste Upgrade enthält. Bei der Installation bitte den Pfad angeben, in welchem die Weitenmessung installiert ist. Bitte die Hinweise beim Installer auch lesen! Bitte zuerst im Versions-Logfile nachsehen, ob eine neue Version im Logfile eingetragen ist. Das Upgrade- Tool enthält immer nur das neueste Upgrade- Programm.

Technik


 

Auf gleicher Basis existieren inzwischen weitere Anlagen, wobei die Software jeweils an die verwendeten Messgeräte angepasst wurde:

 

  • Sachsen mit Wild TC-1000 und Zeiss REC Elta13
  • Schleswig-Holstein mit Zeiss Elta3, Sokkia, Trimble und anderen Tachymetern
  • Brandenburg mit Zeiss Elta43
  • Zittau mit ZEISS ELTA
  • Leica TotalStation

 

Die Anlagen sind von den eingesetzten kommerziellen Tachymetern her leicht unterschiedlich. Während die Anlage des LVS auf Netzbetrieb konzipiert ist (Nutzung mit Generator oder einer vom Veranstalter gestellten Autobatterie 12V >50Ah ist bei längerfristiger Anmeldung möglich), können die anderen Anlagen im Prinzip mit Batterie betrieben und damit auch auf stromlosen Nebenanlagen verwendet werden.

 

Die Zeit zur optischen Vermessung eines Wurfes beträgt typisch ca. 3..6s (beim Elta43 etwas länger).

 

Damit ist eine sehr effiziente Durchführung von Wurfwettbewerben möglich, wobei die lästige und ungenaue Arbeit mit dem Stahlbandmaß entfallen kann und am Ende eine exakte Ergebnisliste vorliegt. Sofern der Ablauf nach IWR eingehalten wird (3 Versuche Vorkampf, anschl. ggf. Endkampf), kann der Wettbewerb komplett gesteuert werden, so dass neben den Kampfrichtern zur Handhabung des Bandmaßes auch auf den Protokollanten verzichtet werden kann.

 

Wettbewerbe können für verschiedene Altersklassen getrennt ausgewertet werden, die Endkampfzusammenstellung kann in der Reihenfolge nach Leistung oder in der im Vorkampf vorhandenen Reihenfolge vorgenommen werden.

 

Wie funktioniert das?


Für alle Messungen, bei denen das Bandmaß über einen Punkt im Abwurfraum gezogen werden müsste, ist der mathematische Hintergrund eine einfache Dreiecksberechung:

Beim Einmessen wird die Entfernung zwischen Messgerät und Bandmaß- Durchzugspunkt gemessen und zusammen mit dem Winkel gespeichert. Nun genügt nach jedem Wurf das Messen von Entfernung und Winkel zur Aufschlagstelle und man kann über die Dreiecksbeziehung die Entfernung zwischen Aufschlagstelle und Bandmaß- Durchzugspunkt bestimmen.

Davon wird nun noch der Radius des Abwurfbogens bzw. der halbe Wurfkreisdurchmesser abgezogen und nach Anwendung der in der IWR festgelegten Rundungsregel hat man die Wurfweite.

 

Zur Entfernungsmessung wird vom Messgerät ein modulierter Lichtstrahl (infarot, also unsichtbar) ausgesendet, der von dem an der Messstelle eingesteckten Prismen- Reflektor reflektiert wird. Der Prismen- Reflektor hat den Vorteil, dass er auch bei schräger Ausrichtung das Licht wieder genau in die Richtung reflektiert, aus der es empfangen wird.

 

Im Bild ist noch eine Kontrollweite zu sehen. Diese wird am Anfang zu Sicherungszwecken eingemessen und steht meist auf einem Stativ auf der gegenüberliegenden Seite des Stadions. Mit einer Kontrollmessung auf diesen Reflektor lässt sich im Wettkampf schnell prüfen, ob die Messtechnik noch richtig funktioniert.

 

Was ich unterschlagen habe: Ich sprach immer mal von der Bestimmung von Entfernung und Winkel eines Messpunktes. Der Winkel wird stets nur relativ zum bereits eingemessenen Winkel des Abwurfraums benötigt. Aber natürlich wollen wir auch hier Sicherheit haben und messen daher ganz am Anfang den Winkel eines geeigneten, fest stehenden Objekts (Hausecke, Lichtmast, ...).

 

Neben den o.g. Messungen sind auch Messungen von einer Linie (Ballwurf, Weit- und Dreisprung) möglich. Das geht nach ähnlichen Prinzipien, nur muss die Dreiecksberechnung mehrfach angewendet werden.

Prüfen der eingemessenen Anlage


 

Nach dem Einmessen wird die Funktionsfähigkeit kontrolliert:

 

  • Unsere verwendeten Reflexionsprismen sind für die Wurfweitenmessung optimiert und mit ca. 10cm Höhe dicht über dem Boden angeordnet. Dadurch minimiert sich der Fehler durch Schräghalten des Prismenstabs. Außerdem haben unsere Prismen eine Acryl- Bodenplatte mit exakt 10cm Durchmesser, die waagerechtes Aufstellen unterstützt. Das Prisma kann somit exakt und senkrecht über dem Bandmaß- Durchzugspunkt (dem Mittelpunkt des Wurfradius) aufgestellt werden. Zur Prüfung stellen wir das Prisma mit dem Rand seiner Bodenplatte direkt an die Abwurflinie und messen zur Kontrolle diese 5cm (Radius der Bodenplatte) nach. Diese Messung wird an drei Punkten des Wurfradius ausgeführt (an den Sektorenlinien und etwa mittig dazwischen). Da der Wurfradius oft nicht wirklich rund ausgeführt ist, gleichen wir Abweichungen bestmöglich aus, indem wir iterativ den Radius- Mittelpunkt verschieben und neu einmessen. Im Ergebnis sollen sich hier an allen drei Punkten Messergebnisse von 5cm (oder an einzelnen Stellen 4cm ergeben, wo der Abwurfbogen sehr asymmetrisch ist).

  • Nach dem Feinjustieren des Einmessens am Abwurf messen wir exemplarisch eine Wurfweite per Bandmaß und per Tachymeter.

  • Zuletzt bestimmen wir die Wurfweite zu unserem fest aufgestellten Kontrollpunkt, so dass neben der Zuordnung zur Wurfanlage auch die korrekte Zuordnung zur Wurfdisziplin anhand des Wurfkreis- Radius kontrolliert werden kann (Diskus/Hammer aus einem Wurfring).

  • Gemeinsam mit dem Schiedsrichter und seinem Kampfgericht können dann weitere Kontrollmessungen ausgeführt, protokolliert und im DLV- Prüfprotokoll ausgedruckt werden. Die im ersten Punkt aufgeführte Vermessung einer Wurfweite von 5cm liefert allerdings eine bessere Genauigkeit und ist auch weniger zeitaufwändig.

 

Was ist kritisch?



Wie man leicht sieht, steht und fällt die Messung mit der Stabilität des Messgerätes. Wird der Standort des Messgerätes durch Anstoßen o.ä. verändert, dann stimmen die Koordinaten des Einmesspunktes im Abwurfraum nicht mehr und die Wurfweite wird falsch berechnet.

Wir sichern die Messungen daher über die Kontrollweite ab. Ist die bei einer Testmessung falsch, dann bestimmen wir den Referenzwinkel anhand der Hausecke / des Lichtmastes neu und messen die Kontrollweite mit dem neuen Referenzwinkel nochmals nach. Stimmt’s dann immer noch nicht, dann muss der Abwurfraum neu eingemessen werden.

Ein beliebter Fehler ist auch, dass ein Speerwurf wie ein Diskuswurf vermessen wird. Das ist auch nicht falsch - aber ??? Na, eine Idee? - Genau: Wir müssen von der berechneten Entfernung zwischen Aufschlagstelle und Bandmaß- Durchzugspunkt nicht 2,50m/2 = 1,25m abziehen, sondern den Radius des Abwurfbogens beim Speerwurf, der 8,00m beträgt. Gegen unliebsame Fehler hierbei sichern wir uns während des Wettkampfes wieder mit der Kontrollweite ab, beim Einmessen vermessen wir probehalber auch eine Wurfweite mit Bandmaß.


Und die Auswertung, Anzeige, Ergebnisdruck ...?



Die Technik lässt eine Kopplung zu Online- Diensten (Stadion- Anzeige, Kommentatoren, Fernsehen) über ein mit der Fa. MIC (heute Teil von Wige Data) getestetes Interface zu, außerdem ist die Steuerung einer ALGE- Zeitzeile zur Anzeige der Wurfweite möglich. Auch Zeitleisten von Sportronic (6-stellig) und solche mit Sportissimo-/RollerTime- Protokoll (9-stellig) sowie MircoGate Tab LED (hier im Bild als Zeitanzeige) sind anschließbar.

Ab Version 02.04 wurde das Online- Interface umgestellt auf eine UDP- Netzwerkschnittstelle.

Hiermit können lokale LED- Anzeigetafeln, Infield- Clients der Stadionsoftware, Online- und Webdienste sowie TV- Partner versorgt werden. Das Übertragungsprotokoll ist JSON- formatiert und dadurch leicht interpretierbar. Die Weitenmessung gibt folgende Nachrichten ab:

 

  • beim Aufrufen des nächsten Werfers dessen Angaben sowie seinen aktuellen Leistungsstand im Wettbewerb
  • nach dem Vermessen des Wurfes die vermessene Weite sowie den neuen Leistungsstand des Athleten im Wettbewerb
  • nach dem Vermessen eines Wurfes die gesamte Wettkampfliste mit dem aktuellen Stand des Wettbewerbs

 

Die Live- Nachrichten sind entsprechend gekennzeichnet, so dass man je nach Anwendungszweck auch nur ausgewählte Messages oder auch nur Teile davon verwenden kann.

 

Eine lokale kleine Videowand als Infield- Anzeige wird über den kostenfreien VWallServer (bei COSA erhältlich) angesteuert. Dieser skaliert die Ausgabe automatisch auf das Format des Videowand- Panels. Ein solches Infield- Panel (hier mit Zufallsdaten) könnte dann so aussehen:

Der VWallServer unterstützt das auch auf der großen Videowand des Stadions, wo dann bis zu vier Panels mit Daten aus dem Infield angesteuert werden können. Hier der gleiche Wurf auf dem Panel1 dieser Großanzeige:


Ein angeschlossener Drucker ermöglicht das Ausdrucken der Startlisten für den Endkampf sowie natürlich der Ergebnisliste. Damit auf der Liste auch Namen stehen, kann man sich vor Beginn des Wettkampfes im Meldebüro einen USB-Stick mit Meldedaten geben lassen und diese als Datengrundlage benutzen. Das funktioniert mit den Programmen für Stadionwettbewerbe von RIEPING, COSA, SELTEC und anderen. Die im Bild dargestellte Ansteuersoftware (gefüllt mit Zufallsdaten) ermöglicht das gleichzeitige Vermessen von Würfen aus zwei im Sichtbereich liegenden Wurfanlagen mit nur einem angeschlossenen Tachymeter.

 

SELTEC 3.x bietet inzwischen keine Möglichkeit mehr zur Datenkopplung an und meint, dass auch lizenzrechtliche Gründe dagegen sprächen, dass die vom Anwender in SELTEC eingegebenen Wettkampfdaten von SELTEC-fremder Software mitgenutzt werden. Ich stelle daher den Support für mit SELTEC abgewickelten Wettkämpfen ein und habe auch keine Lust mehr, dem Bemühen zum Verstecken von Daten bei SELTEC hinterher zu laufen.

 

Der Support für COSA wird gemeinsam mit dem Hersteller weiter gepflegt. Hier sind im Laufe der Zeit verschiedene Kopplungen entstanden:

 

  • Verbindung zum Technical Client zur Datenübernahme und Datenübergabe (online oder per USB- Stick)
  • Die WMT- Software kann auch selbst als direkter TechClient mit COSA WIN arbeiten
  • Unterstützung von Live- Daten (COSA WIN hat hier das JSON- Interface der WMT integriert)

 

 

Wer misst denn da?


 

Das Personal sind normale Mitarbeiter im Wettkampfbereich, also Kampfrichter, die sich mit der Technik beschäftigt haben und sie inzwischen transportieren, aufbauen, einmessen, bedienen, abbauen und verstauen sowie pflegen. DRINGEND brauchen wir weitere Mitstreiter, die sich mit Elan und Zuverlässigkeit engagieren wollen. Wir wollen keine Fachidioten, die ausschließlich Weitenmessung betreiben, sondern Kampfrichter, die sich dafür interessieren und eignen. Also - gebt Euch einen Ruck und meldet Euch!

 

Danke!

 

 

Laufstrecken- Vermessung


Für die Anlage mit Elta43 existierte ferner eine Software zur Vermessung von Laufstrecken ohne dass der Vermesser dazu die Laufstrecke betreten muss. Dafür hatte Horst Roscher (Berlin) ein Fahrzeug vorbereitet, auf dem das Tachymeter aufgebaut und jeweils am Messpunkt abgesenkt werden konnte:

Als Horst Roscher im Alter von 80 Jahren diese Vermessungstätigkeit aufgeben wollte, hat er leider niemanden gefunden, der Software, Messtechnik und Fahrzeug übernehmen wollte.
Damit bestand für mich auch keine Veranlassung, die entsprechende Software auf Windows zu überführen.

Der Vorteil dieses Verfahrens war, dass man nicht etwa per Fahrrad im fließenden Verkehr die ideale Laufstrecke mehrfach abfahren musste (mach' das mal, wenn man bei einer S- Kurve schräg über die Straße muss). Man konnte das Fahrzeug an einem Messpunkt seitlich der Strecke aufstellen und per Prisma die wesentlichen Streckenpunkte aufnehmen. Jeweils beim Standortwechsel wurden zwei zusätzliche Sicherungspunkte aufgenommen, um den nahtlosen Anschluss sicherstellen und prüfen zu können. Im Ergebnis entstand ein präzises Messprotokoll.

Horst Roscher ist nach einem aktiven Leben für die Leichtathletik kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben.
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